zur Person:

Prof. Dr. rer. nat. Helmut Kinder 03.12.2018

Prof. Dr. rer. nat. Helmut Kinder

Geboren 1939 in Jena, beide Eltern Physiker/Mathematiker, Vater bei Carl Zeiss. Nach dem Bombenkrieg Deportation durch US-Truppen nach Heidenheim/Brenz, (siehe K. Zeitler, „Die lange Reise der Glasmacher“). Dort als „neig’schmeckter“ Migrant erst mal fließend schwäbisch gelernt; Schulzeit und Abitur. Ab 1958 Studium der Physik in Göttingen und Bonn. Promotion 1967. Anschließend Wissenschaftlicher Mitarbeiter Uni Göttingen und Forschungszentrum Jülich. Zwischendurch 1 Jahr in USA am IBM-Forschungszentrum Yorktown Heights, NY. Ab 1975 o. Prof. mit Lehrstuhl für Experimentalphysik an der Technischen Universität München in Garching. Arbeitsrichtung tiefe Temperaturen, Phononen und Supraleitung (ein makroskopisches Quantenphänomen). Forschungsaufenthalte: ENEA Frascati, Italien, Siemens Forschungslabor Erlangen, IPHT Jena nach der Wende. Nach der Emeritierung 2004: Studium der Philosophie; Seminararbeit „Realitätsbegriff in den Naturwissenschaften“.

Anlässlich von Tagungen bin ich in der ganzen Welt herumgekommen, ca. 35 Länder. Immer wenn sich die Gelegenheit bot, suchte ich das das Gespräch über die dortige Religion bzw. den offiziellen Atheismus. Ich frage nie: „was lehrt deine Religion/Ideologie?“ sondern „was spürst Du im Herzen?“ Die Antworten überall waren verblüffend ähnlich: „Eine Macht im Herzen, die stärker ist als mein Ich.“ Der Name dafür variiert: Gott, Allah, Nirwana, Tao usw…

Texte von Helmut Kinder

02.12.2018 Prof. Dr. Helmut Kinder

Glaube aus Sicht eines Physikers

Religion ist ein Phänomen, das in allen Kulturen anzutreffen ist. In jeder Religion werden gewisse sprachliche Bilder verwendet, um die Glaubensinhalte zu kommunizieren. Diese Sprache verwendet als Metaphern Begriffe aus dem jeweiligen Menschenbild und dem jeweiligen Weltbild. Dies ist der sog. Kontext einer Religion. Während sich aber Menschenbild und Welterkenntnis Im Laufe der zeitlichen Entwicklung ändern, wird der Kontext einer Religion meist beibehalten in dem Bestreben, keinesfalls die Glaubensinhalte zu verlieren, die ja durch diese alten Begriffe beschrieben sind, d. h. die Religionsgemeinschaft stemmt sich konservativ gegen neue Welterkenntnis. So entsteht mit der Zeit ein immer größerer  Widerspruch zwischen dem Stand der Wissenschaft und der Sprache der Religion ...

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