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Wer wir sind

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Die „Gesellschaft für eine Glaubensreform e. V.“ stellt sich vor

Bei der 500-Jahr-Feier der Reformation 2017 haben die Veranstalter sich weitgehend auf Martin Luther konzentriert und versucht, von seiner literarischen Erbschaft her Antworten auf die Frage zu finden, wie es mit der evangelischen Kirche im 21. Jahrhundert weitergehen soll. Kritik an Luthers Konzept für eine Reform von Glaube und Kirche gab es vor allem im Blick auf seine antisemitischen Äußerungen.
Die Theologiekritik der Schrift von Friedrich Christian Delius, Warum Luther die Reformation versemmelt hat (2017), die Luthers Festhalten an dem von der Erbsünde bestimmten Menschenbild aufs Korn nimmt, blieb eine Ausnahme. Dasselbe gilt für die wenigen Veran¬staltungen, die den heutigen theologischen Konservativismus und die Wiederauf¬wärmung überholter theologischer Dogmen (wie der Deutung des Todes Jesu als Sühneopfer im EKD-Grundlagentext „Für uns gestorben“ von 2015) kritisiert haben. Theo¬lo¬gie hat sich in diesem Jubiläum vorwiegend als auf Rekonstruktion gerichtet erwiesen. Die Frage, was die Menschen heute wirklich glauben, interessiert sie jedenfalls nicht.
Vom Mut und der Entscheidungskraft der Reformatoren, die die Kirche im 16. Jahrhundert aus einer tiefen Krise heraus an die Schwelle zur Neuzeit geführt haben, war auch 2017 nicht viel zu erkennen. Die einladende evangelische Kirche hat jedenfalls kein Signal gegeben, dass sie nach den strukturellen endlich auch Glaubensreformen will, die beide Kirchen bislang abgewehrt haben. Auf solche Signale aber warten viele Christen, der Glaubwürdigkeit wegen. Ihre Stimme zu verstärken, hat sich die bekenntnisoffene Gesellschaft für eine Glaubensreform um Klaus-Peter Jörns und Hubertus Halbfas zum Ziel gesetzt. In ihr sind die Theolog*innen in der Minderzahl, und das ist gut so. Denn wie es in der Kirche wirklich aussieht, erfahren wir nur, wenn auch und gerade die „Laien“ zu Wort kommen. Wo es um Leben und Glauben geht, sind alle Menschen kompetent. 

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Was die Gesellschaft unter Glaubensreform versteht

 Wir wollen in Kirchen leben, die ...
 

• dem Weg Jesu folgen und Ehrfurcht vor dem Leben aller Geschöpfe zeigen;
• den kritischen Umgang mit Bibel und kirchlicher Lehre fördern, Biblizismus und Fundamentalismus aber energisch entgegentreten;
• zentrale naturwissenschaftliche Erkenntnisse über das Leben im Kosmos mit unserem Glauben verbinden;
• die Vielfalt der Gottes- und Glaubensverständnisse achten;
• nicht nur Judentum, Christentum und Islam, sondern alle Religionen mit dem einen Gott verbinden;
• Mystik und Kontemplation als Glaubensweg wieder erschließen;
• im Abendmahl/ in der Eucharistie die Lebensgaben Gottes feiern und nicht den Tod Jesu als Opfer für Sünden;
• die Perspektiven von Frauen als gleichrangig mit männlichen Perspektiven in der Theologie ansehen und den Zugang zu allen kirchlichen Ämtern von diskriminierenden Ausgrenzungen befreien.
 

Wir treten unter anderem dafür ein, dass ...
 

• die historisch-kritische Erforschung der Bibel entschieden fortgeführt und durch eine theologische Kritik unserer Glaubensüberlieferungen und -lehren ergänzt wird;
• die Bibelauslegung im Rahmen der Religionsgeschichte und des heutigen Bildungswissens erfolgt;
• Überlieferungen wie die Sühne- und Erwählungstheologie in Unterricht und Gottesdienst nicht mehr unkritisch   verwendet werden, weil sie Jesu Verkündigung entstellen;
• Jesu Botschaft von Gottes unbedingter Liebe in eine Neufassung des Glaubensbekenntnisses eingefügt wird;
• die Kirchen Probleme und Nöte der Menschen mit den Kirchen und ihren Dogmen selbst erfragen und bereit sind, Änderungen vorzunehmen;
• die Kirchen ihre PfarrerInnen und Priester befragen, ob sie die kirchlichen Dogmen mit ihrem Denken und Leben noch verbinden können oder sich schon in Sonderwirklichkeiten eingerichtet haben;
• den Gemeinden Glaubensschätze auch aus nicht biblischen Religionen vermittelt werden;
• unser Wissen um die Evolution in das christliche Verständnis des Menschen und seiner Beziehung zu Tieren und Pflanzen integriert wird.

Unseren Mitgliedern bieten wir ...

• eine Jahrestagung, die dem Erfahrungsaustausch, der Vertiefung theologischer und geistlicher Fragen und der Entwicklung neuer Handlungsmodelle dient;
• die Internetseite www.glaubensreform.de, die auf Reforma(k)tionen aus Praxis und Theorie weist, die sie nutzen und mitgestalten können und die ihnen die Möglichkeit bietet, einen eigenen Beitrag zur Glaubensreform einzubringen und im „Forum“ diskutieren zu lassen;
• die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen, die an einer Glaubensreform interessiert sind;
• einen regelmäßigen Rundbrief

 

Wir freuen uns auf Ihre Unterstützung!


Kontaktanschrift über Post: Gesellschaft für eine Glaubensreform e. V., Prof. Dr. Klaus-Peter Jörns, Waldstr. 17, 82335 Berg
Kontakt über info(at)glaubensreform(dot)de .

Spendenkonto:
Kont-Nr.: 4729463
Bank: VR-Bank Starnberg
BLZ: 70093200
IBAN: DE71700932000004729463
BIC:  GENODEF1STH

Eine Spendenbescheinigung wird erteilt, da wir vom Finanzamt Fürstenfeldbruck mit der vorläufigen Bescheinigung vom 13.11.2012 als gemeinnützigen Zwecken dienend anerkannt worden sind.


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AKTUELLES



Wir schaffen das. Predigt zu Mt. 3, 13-17 am 24.06.18 in Holzkirchen

Pfr. Dr. Gerhart Herold

Math. 3, 13-17 Johannistag Holzkirchen, 24.06.2018 

Johannes der Täufer hat heute seinen Geburtstag. Rundum erinnern die Johannifeuer an ihn. Die Kirche sagt, er sei ‚der Vorläufer‘ Jesu gewesen. Das klingt recht harmlos; denn später haben sich seine Anhänger mit den Anhängern Jesu in den Haaren gelegen. Es ist aber denkbar, dass Jesus längere Zeit mit Johannes gelebt und nach Gott gesucht hat. Der war ja auch sein Cousin. Beide sind sich in ihrer Predigt ähnlich, so scheint es. Sie rufen zur Umkehr und wollen die Welt verändern.

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Uwe Schauß, Sag, wie hast du's mit der Religion

Eine Buchbesprechung von

Prof. Dr. Joachim Kunstmann

Das Christentum verliert immer mehr an Bedeutung, und selbst seinen Vertretern fällt es immer schwerer, seine Logik und seine Bedeutung für das konkrete Leben aufzuweisen. Dass das Christentum einen reichen Symbolschatz, eine ambivalente Geschichte und ein kaum noch überschaubares Traditionsgefüge mit sich führt, macht die Sache nicht einfacher. Allein die wissenschaftliche Theologie zerfällt in Teildisziplinen, deren Zusammenhang immer undeutlicher wird. Und was eigentlich ist der Kern dieser Religion? Da sind sich auch die Anhänger nicht einig.
Einen kompakten Überblick über diese Religion zu geben, erscheint daher fast als Unmöglichkeit. Und er wird immer seltener versucht.
Uwe Schauß, gymnasialer Religionslehrer, hat einen solchen vorgelegt.

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Neuigkeiten: 29. Rundbrief der GfGR

Hier zu lesen: 29. Rundbrief der GfGR


Die menschliche Seele ist tierlicher Natur

Prof. Dr. Klaus-Peter Jörns

Vortrag auf dem Kirchentag Mensch, Tier, Schöpfung am 06.05.18 in Dortmund

Totalforderungen sind nicht das Ding von Dr. Klaus-Peter Jörns. Der emeritierte Theologieprofessor und Vorsitzender der Gesellschaft für eine Glaubensreform plädierte beim Kirchentag Mensch, Tier, Schöpfung für eine „Selbstbeschränkung“ der Menschen. Sie sollen den Tieren ihr wildes Leben zurückgeben, Tierversuche verbieten und keine Tierhaltung zulassen, die eine „tierliche Freude nicht möglich macht“. Außerdem soll der Fleischverbrauch soweit reduziert werden, dass keine industrielle Massentierhaltung mehr nötig ist.

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CSU-Beschluss: Kreuz wird zum politischen Symbol

Heribert Prantl und Friedrich-Wilhem Graf 

Seit das Bayrische Kabinett den Beschluss gefasst hat, künftig Kreuze in allen Behördengebäuden unter der Verwaltung des Freistaats aufzuhängen, hagelt es zurecht Kritik.

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