Die vier Bilder, die wir zum Thema Gottesdienst ausgewählt haben, spannen einen weiten Bogen.

 

Das linke Relief, das wir zusammen mit der seitenverkehrt gespiegelten Perspektive (rechts) zeigen, stellt den ägyptischen Pharao Echnaton mit seiner Frau Nofretete und einer ihrer Töchter dar; sie wenden sich anbetend dem universalen Gott Aton zu, der als Sonnenscheibe über allen strahlt. Die menschliche Zuwendung antwortet auf die göttlichen Sonnenstrahlen, die alles zärtlich berühren – sie enden jeweils in kleinen Fingern.

Die Darstellung aus dem 14. Jh. v. Chr. stammt aus einem Kalksteinaltar, der vermutlich in einem Privathaus in Tell-el-Amarna stand. Tell-el-Amarna war die von Pharao Echnaton neu geschaffene Hauptstadt Ägyptens. Heute ist das abgebildete Relief im Ägyptischen Museum, Kairo, zu sehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das zweite Foto zeigt einen Blick in die Evang. Immanuelkirche in Königstein im Taunus während eines gut besuchten Gottesdienstes (Quelle: Homepage). Die Situation ist typisch für jene Phase des Gottesdienstes, die auf die Predigt ausgerichtet ist und der Sinnsuche in Verbindung mit der Bibelauslegung dient. 

 

 

 

 

 

 

 

Das dritte Foto stellt eine Re-Inszenierung (von Joff Geldblum, foto-community) des letzten Mahles Jesu von Leonardo da Vinci dar, die zweifellos etwas „stylisch“ wirkt. Trotzdem vermittelt sie eine Vorstellung davon, dass jedes festliche Mahl, auch im Gottesdienst, als eine Feier des Lebens geschehen könnte, die von der tiefen Freude über die Gemeinschaft bestimmt wird, in der auch die Kinder und traurige Menschen ihren Platz haben. Das dominierende Weiß unterstreicht das Festliche der Szene. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch das vierte Foto zeigt eine Re-Inszenierung des Da-Vinci-Gemäldes. Es stammt aus der „Halterner Zeitung“ vom 5.4.2012 und zeigt eine Gruppe aus der katholischen Pfarrgemeinde St. Sixtus in Haltern am See, die auf einem öffentlichen Platz und in alltäglichen Gewändern in die große alte Szene "eingestiegen" ist.

Alle vier Bilder sprechen davon, dass Gottesdienst auf den Dienst Gottes am Leben antwortet.

(Klaus-Peter Jörns, 28.02.2016)