Feministische Genderforschung

Feministische Theologie / Genderforschung 03.02.2013 Doris Strahm

Feministische Theologie / Genderforschung

Bei der Graphik handelt es sich um eine Arbeit von Pablo Picasso. Sie hat von ihm den Titel "Zeichnung 1926" erhalten. In diesem Titel steckt insofern eine programmatische Aussage, als die Zeichnung den demonstrativen Versuch darstellt, die vielen eindimensionalen Wahrnehmungen und Darstellungen von Frauen in der Kunst zu überwinden. Auf den Füßen stehen in der "Zeichnung 1926" deshalb mehrere Wahrnehmungsgestalten ein- und derselben Frau aus unterschiedlichen Perspektiven. In der Kunstgeschichte hat der Kultur-und Kunsttheoretiker Jean Gebser (1905-1973) diese Zeichnung als typisch für den Übergang von der Zentralperspektive zu einer integralen, multiperspektivischen Darstellung gesehen. (K-PJ) ...

Abschied von der Opfertheologie 11.03.2013 Doris Strahm

Abschied von der Opfertheologie

"Jesus Christus hat uns durch sein Leiden und Sterben, durch seinen Opfertod am Kreuz, von der Sünde erlöst": Diese Kernaussage der christlichen Erlösungslehre wird seit gut zwei Jahrzehnten von feministischen Theologinnen in Frage gestellt und in jüngerer Zeit auch von Theologen wie Klaus-Peter Jörns u.a. kritisiert. Ist Jesus für uns gestorben? Sind wir Menschen schuld an seinem Tod? Musste Jesus qualvoll am Kreuz sterben, um uns zu erlösen? Hat Gott seinen Sohn geopfert, damit wir von der Sünde erlöst werden? Kann das Christentum als Religion der Liebe wirklich auf einem Opfer gründen und darin seinen Sinn haben? Solche Fragen stellen sich heute immer mehr Menschen, nicht nur Theologinnen und Theologen. ...

Heilwerden und frei 08.02.2013 Doris Strahm

Heilwerden und frei

Wenn feministische Theologinnen über Erlösung nachdenken, dann setzen sie nicht wie die traditionelle Erlösungslehre beim Kreuzestod Jesu an, sondern bei der Botschaft und der Praxis des biblischen Jesus. Im Zentrum seiner Verkündigung und seines Handelns stand das Reich Gottes. Dieses wurde gegenwärtig und erfahrbar in seinen Heilungen, die Frauen und Männer aufrichteten zu einem neuen Leben, und in seiner Tischgemeinschaft mit allen Menschen, besonders aber mit jenen, die ausgegrenzt waren oder am Rande der Gesellschaft standen. Erlösung aus der Sünde erfahren Menschen da, wo sie sich dem Gottesreich, der heilvollen Nähe Gottes, öffnen und aus dem göttlichen Geist der Liebe handeln. ...

Wenn Frauen Gott sagen 08.03.2013 Doris Strahm

Wenn Frauen Gott sagen

Frauen beschädigt, sondern auch das Selbstbild der Männer religiös überhöht, deren Geschlecht allein als würdig erachtet wird, dem Göttlichen als Bild zu dienen. Gleichzeitig liegt damit eine Vergötzung Gottes vor, der Gott ist und kein Mann, wie es schon beim Propheten Hosea (11,9) heisst. ...

Feministische Bibelauslegung 14.03.2013 Doris Strahm

Feministische Bibelauslegung

Für viele Feministinnen steht fest: Die Bibel ist ein Dokument des Patriarchats. Auch viele christliche Frauen teilen die Ansicht, dass die Bibel über Jahrhunderte als Instrument zur Unterdrückung von Frauen gedient hat. Denn die "Heilige Schrift" enthält nicht nur frauenfeindliche Texte; sie ist in der Geschichte des Christentums aus einer androzentrischen Sicht meist so ausgelegt worden, dass sie die herrschende patriarchale Geschlechterordnung stützte und kirchliche Frauenunterdrückung legitimierte. Immer wieder sind einzelne Bibelstellen wie etwa Gen 3, 1 Kor 11,7 oder 1 Tim 2,12-15 herausgegriffen worden, um Frauen an ihrem untergeordneten Platz in Kirche und Gesellschaft festzuhalten, ihre Forderungen nach gesellschaftlicher Gleichberechtigung und Selbstbestimmung zurückzuweisen und sie von den kirchlichen Ämtern fernzuhalten. ...