Religiöse Vielfalt

Administrator (admin) on 01.08.2013

Claudia Schott

Der Bertelsmann Religionsmonitor 2013 zeigt es: Eine große Mehrheit der Deutschen ist anderen Religionen gegenüber aufgeschlossen. Und: Kontakt zu religiösen Menschen fördert diese Toleranz. ...

Das heißt aber nicht, dass religiös Interessierte sich aus verschiedenen Religionen das heraus suchen, was ihnen gefällt, wie oft behauptet wird. Die Studie belegt vielmehr, dass Mischformen überwiegend abgelehnt werden. Trotzdem glauben die meisten Angehörigen einer Konfession nicht, dass nur ihre Religion die einzig Richtige sei. Das hängt wohl auch damit zusammen, dass die Bedeutung von Religion – auch bei ihren Mitgliedern – insgesamt immer weiter abnimmt. Dabei gibt es eine Ausnahme: Diejenigen, die sich streng an das Bekenntnis ihrer jeweiligen Konfession halten - in der Studie „Dogmatiker“ genannt - stehen anderen Religionen deutlich skeptischer gegenüber.

Nicht zu übersehen ist aber auch, dass trotz großer Toleranz anderen Religionen gegenüber viele Menschen in Deutschland gerade in der zunehmenden religiösen Vielfalt eine mögliche Ursache für Konflikte sehen. Die Angst vor dem Islam spielt hier zumindest in der öffentlichen Debatte eine große Rolle. Sie muss nicht einmal etwas mit eigenen Erfahrungen zu tun haben, wie das Ergebnis der Befragung in Ostdeutschland zeigt: Denn nur zwei Prozent aller Muslime in Deutschland leben hier. Offensichtlich gibt es auch diffuse Ängste, die über die Medien kommuni ziert werden, sowie langlebige Vorurteile. Erschreckend ist jedenfalls auch die Einschätzung des Judentums: 19 % der Menschen in Ost- und Westdeutschland empfinden laut der Bertelsmann-Studie das Judentum als bedrohlich.

Es gibt also viel zu tun in den „Häusern der Religionen“.

Claudia Schott

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