Prof. Dr. Hubertus Halbfas

Administrator (admin) on 26.10.2012

Hubertus Halbfas

Hubertus Halbfas, im Sauerland beheimatet, machte 1952 in Olpe Abitur, studierte Philosophie und Katholische Theologie in Paderborn und München. 1957 wurde er zum Priester geweiht. Von 1957 bis 1960 war er Vikar in Brakel (Kreis Höxter), danach bis 1967 Dozent an der Pädagogischen Hochschule in Paderborn. 1964 promovierte er an der Ludwig-Maximilians-Universität München bei Theoderich Kampmann mit einem Thema über das Verhältnis von Jugend und Kirche. Mit seinem Buch „Der Religionsunterricht“ (1965) machte er auf die Diskrepanz zwischen dogmatischer Theologie und einer nicht ebenso vermittelten historisch-kritischen Bibelkenntnis aufmerksam. Mit dem Werk „Fundamentalkatechetik. Sprache und Erfahrung im Religionsunterricht“ leitete er 1968 die sog. hermeneutische Wende der Religionspädagogik mit ein. Eine intensive Debatte folgte.

Wegen eines erschienenen Unterrichtsprotokolls zu Mt 14,22 ff. „Über Wasser wandeln“, in dem Halbfas sein Verständnis biblischer Symbolsprache verdeutlichte, widersprach der Kölner Kardinal Frings seiner Berufung von Reutlingen nach Bonn. Die Deutsche Bischofskonferenz entzog Halbfas wegen dogmatischer Positionen in seinem Buch „Fundamentalkatechetik“ die kirchliche Lehrerlaubnis, um „Grenzen abzustecken, die in diesem Buch überschritten sind.“ Infolge dieser Auseinandersetzung stellte Halbfas einen Antrag auf Laisierung, der sofort vom Papst akzeptiert wurde.

In den 1980er Jahren initiierte Halbfas (neben Peter Biehl u. a. auf evangelischer Seite) noch einmal eine didaktische Neuorientierung, die unter dem Stichwort „Symboldidaktik“ den Religionsunterricht beider Konfessionen wesentlich beeinflusste. Sein Ziel war, die Sprache der Religionen in ihrem metaphorischen und symbolischen Charakter bewusst zu machen und zugleich die spezifische Wahrheit sprachlicher Formen wie Mythos, Märchen, Sage, Legende, Gleichnis unterrichtlich zu erschließen. Er realisierte sein Konzept in einem Unterrichtswerk (1882-1991), das sich als religiöse Sprachlehre versteht und auch Schulleben, Literatur und Kunst einbezieht. Traditionalistische Kreise werfen ihm Glaubensaufweichung vor. In drei umfassenden Bänden fasste er die theologische Situation der Zeit zusammen: Seine Bibelerklärung (2001) ist eine Summe bisher geleisteter historisch-kritischer Forschung, verstanden als Information für Laien. Sein Buch „Das Christentum“ (2005) führt in Längsschnitten durch Epochen, Entwicklungen und Richtungen der christlichen Geschichte. Der dritte Band dieser Trilogie „Der Glaube“ (2010) erschließt die zentralen Glaubensinhalte im Kontext heutiger Erkenntnisse und Erfahrungen. Das jüngste Buch „Religiöse Sprachlehre“ (2012) bündelt die Hauptlinien seiner Religionsdidaktik: das Verhältnis von Sprache und Wirklichkeit im Rahmen der literarischen Gattungen.

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Hubertus Halbfas

Hubertus Halbfas, im Sauerland beheimatet, machte 1952 in Olpe Abitur, studierte Philosophie und Katholische Theologie in Paderborn und München. 1957 wurde er zum Priester geweiht. Von 1957 bis 1960 war er Vikar in Brakel (Kreis Höxter), danach bis 1967 Dozent an der Pädagogischen Hochschule in Paderborn. 1964 promovierte er an der Ludwig-Maximilians-Universität München bei Theoderich Kampmann mit einem Thema über das Verhältnis von Jugend und Kirche. Mit seinem Buch „Der Religionsunterricht“ (1965) machte er auf die Diskrepanz zwischen dogmatischer Theologie und einer nicht ebenso vermittelten historisch-kritischen Bibelkenntnis aufmerksam. Mit dem Werk „Fundamentalkatechetik. Sprache und Erfahrung im Religionsunterricht“ leitete er 1968 die sog. hermeneutische Wende der Religionspädagogik mit ein. Eine intensive Debatte folgte.