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Gerhard Breidenstein:

Mein Glauben

Administrator (admin) on 21.01.2022

"Mein Glauben" meint etwas, das eigentlich unsagbar ist....

Aber es betrifft Themen der menschlichen Existenz, die ja Sprache hervorgebracht hat und Kommunikation braucht. Ich möchte also antworten können, wenn mich jemand fragt, was ich glaube. Dabei werde ich Worte gebrauchen müssen. Worte sind zwar nur Krücken des Verstehens - aber immerhin.

Beim Sprechen geht es nicht nur um das, was ich sagen will, sondern auch um das, was die angesprochene Person verstehen soll und kann. Ich muss deshalb deren Sprache benutzen, wenn ich verstanden werden will, auch wenn es für mich vielleicht nicht die Heimatsprache ist. Sprache besteht allerdings nicht bloß aus Vokabeln. Es muss ein gemeinsamer geistiger Raum gefunden werden, wenn Resonanz und also tiefes Verstehen möglich werden soll.

Hinzu kommt, dass sich mein Glauben über Jahrzehnte hinweg stark verändert hat, indem es sich durch sehr verschiedene geistige Räume bewegte: pietistisch, liberal-theologisch, marxistisch-politisch, buddhistisch-mystisch. So ist hoffentlich einleuchtend, dass und warum ich meinem Glauben recht unterschiedlichen Ausdruck geben kann und will - je nach dem, mit wem
ich kommuniziere.

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"Mein Glauben" meint etwas, das eigentlich unsagbar ist....