Lässt Gott leiden?

Administrator (admin) on 29.04.2014

Klaus-Peter Jörns

Dass Gott Leiden zulässt, ist nicht zu bestreiten. Dass Leiden keine Strafen sind, haben wir von Jesus gelernt. In seiner Sicht fordern Leiden von Menschen und Tieren liebevolle Zu-wendung heraus, die Gottes Mitleiden mit den Geschöpfen ausdrückt. Warum aber gibt es überhaupt Leiden?

Die neue Reihe »Schriften zur Glaubensreform« wird mit diesem Band eröffnet. Sie knüpft an die Einsicht an, dass Religionen ihre spirituelle und intellektuelle Kraft dadurch beweisen, dass sie dem Leben der Menschen und ihrer Mitgeschöpfe dienen und deshalb ihre Glaubensgestalt dem sich wandelnden Leben anpassen.

Eine Religion, die glaubt, dass Gott als Geist gegenwärtig ist, setzt ihre traditionellen Themen den Lebenserfahrungen und Fragen der Menschen aus, aber auch dem offenen Gespräch mit Wissenschaft, Literatur und Kunst. Sie will lernen und Einsichten teilen, auch mit anderen Religionen.

Lässt Gott leiden? Gegen den Glauben, Vergebung sei nur durch Gott gewollte Leiden und Sühne zu haben, hat schon Jesus protestiert: Vergebung von Schuld erhalten wir allein durch das Vertrauen auf Gottes unbedingte Liebe zum Leben.

Klaus-Peter Jörns beschreibt einfühlsam und zugleich theologisch klar, dass wir von diesem Gottesverständnis her auch akzeptieren können, dass die Erde und alles Leben auf ihr sterblich geschaffen sind; denn das Leben darf nicht vergreisen. Wo Menschen leiden, sind Heilung und liebevolle Begleitung die christliche Antwort.

So leidet Gott mit. Der Glaube glaubt, dass der Tod nicht »der Sünde Sold«, sondern das Tor zu neuem Leben ist. Er macht fähig, Leiden zu ertragen, aber auch, die Perversionen der Freiheit: zerstörerische Gewalt und Drohung mit dem Tod, energisch einzudämmen. Der Glaube muss am Leiden nicht zerschellen.

Das Buch wird um eine CD ergänzt, die den zugrunde liegenden Vortrag zum Mit- und Nachhören bietet.

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