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Roger Lenaers: Jesus von Nazareth, ein Mensch wie wir?

Geschäftsstelle GfGR (ulrikefr) on 05.07.2019

, zuletzt modifiziert von Administrator am 25.07.2019 um 17:48:35
von Dr. Christian Greiff

ROGER LENAERS: “Jesus von Nazareth, ein Mensch wie wir?”
Edition Anderswo 9039, 2015 Kleve, 156 Seiten

Von Roger Lenaers habe ich schon ein anderes Buch an dieser Stelle empfohlen -        “Der Traum des Königs Nebukadnezar – Das Ende einer mittelalterlichen Kirche”.      Auch habe ich ihn dankbar zitiert in meinem Bericht zum “Frühchristlichen Abendmahl” der Ev. Kirchengemeinde Dießen am Ammersee. Dabei erwähnte ich, daß Lenaers über die Homepage unserer Gesellschaft und die Vermittlung eines unserer Mitglieder von unserer Dießener Liturgie erfuhr und uns dann schrieb mit freundlichen Hinweisen zur weiteren Gestaltung. Sein neueres Buch über Jesus von Nazareth gab er mir mit einer Widmung:   “Für dich, Christian. Möge dieses Buch ein kleines Licht sein auf deinem Weg. Neujahr 2019   RLenaers”.
Ja, dies Buch ist mir allerdings ein Licht auf dem Wege geworden. Schon seit der Aufklärung (Reimarus, Lessing) gibt es historisch-kritische Untersuchungen des Inhalts der Evangelien. 1906 veröffentlichte Albert Schweitzer seine “Geschichte der Leben-Jesu-Forschung” mit dem Fazit: Den echten Jesus, den historischen, kann man nicht mehr finden. Lenaers beginnt seine Darstellung mit dem Satz: “Wir sehen Jesus nur durch die vielen Augen der gläubigen Gemeinde, und diese vielen Augen sahen durchaus nicht alle dasselbe”.
Der Forscher und sorgliche Prediger Roger Lenaers nun zeigt uns auf, wie man sich der Gestalt Jesu dennoch mit persönlichem Gewinn nähern kann, also mit dem Gewinn von Nähe zu dem - Menschen Jesus, einem Menschen, in dessen Erscheinung und Handeln man Gott selbst am Werk sehen konnte, der sich total verbunden wußte mit der Urliebe, die er Gott oder Vater nannte, der sich von dieser Liebe führen ließ und immer mehr mit ihr eines Wesens wurde, bis er im Kreuzestod überging in die vollkommne Einswerdung mit dem ewigen Gott.     
Ich habe mir beim Lesen Buchauszüge gemacht. Das mir Wichtige von den 156 Seiten ist nun auf 5 Blättern versammelt – als Anregung, neugierig zu werden und das Buch in seinem klaren Stil ganz aufzunehmen, und um es hiermit zur Lektüre herzlich zu empfehlen.
Es folgen meine Auszüge.      
“Christus” ist ein griechischer Ehrenname, ein verherrlichender Titel. Er stammt vom Wort chriein, das salben bedeutet. Mit dem “Gesalbten” war im alten Israel der König gemeint. Könige wurden nicht gekrönt, sondern gesalbt. 1. Samuel 16: Gott schickt Samuel nach Bethlehem zu Isai, “denn unter seinen Söhnen hab ich mir einen zum König ersehen”. Auch den jüngsten Sohn David, der die Schafe hütete, läßt der Vater holen. “Da nahm Samuel sein Ölhorn und salbte ihn mitten unter seinen Brüdern, und der Geist des Herrn geriet über David”. Als das davidische Reich zerbrach und nacheinander erobert wurde von fremden Reichen, da wurde jener “Gesalbte” zu einer mythischen Figur, nach deren rettendem Kommen die Juden voll Sehnsucht Ausschau hielten (und noch immer halten). Bei seinem Kommen würde er Israel wieder frei und mächtig und wohlhabend machen.
Hebräisch heißt der Königstitel maschiach, daraus wurde deutsch “Messias”, was also gleichbedeutend ist mit griechisch “Christus”.
Es gibt einige geschichtliche Quellen nicht-christlichen Ursprungs über das Leben Jesu und seinen Tod am Kreuz (Flavius Josephus, Tacitus und Sueton), aber die sind sehr karg. Will man mehr über Jesus erfahren, dann muß man sich den Evangelien zuwenden, vier kleinen Büchlein, geschrieben in den Jahren 70 bis 100 nach seiner Geburt. Zwischen dem Bild Jesu, das dort erscheint, und dem historischen Jesus liegen einige Jahrzehnte mündlicher Überlieferung durch seine Anhänger und Bewunderer. Immer wieder fragt man sich, ob dieses oder jenes Jesuswort wohl wirklich von ihm stammt oder ob es ihm nicht vom Evangelisten in den Mund gelegt wird. Und ob diese oder jene ihm zugeschriebene erstaunliche Tat auch der Wirklichkeit entspricht.     
Vor etwa 3000 Jahren entstand im damals kulturell unbedeutenden Judentum eine neue Religion. Die lange geglaubten überirdischen Mächte wurden verdrängt durch den Glauben an einen einzigen Gott, den die Juden Jahwe nannten. Diesem Monotheismus wohnte eine große Dynamik inne. Er verbreitete sich in zwei Gestalten, als Christentum und als Islam, über die ganze Welt.
Unter dem Einfluß der Kulturwelt, in der sich das Christentum entwickelt hat, ist es eine Religion geworden. Aus sich selbst heraus ist es das nicht. Ursprünglich ist es die Gemeinschaft, die sich um die einmalige Gestalt des Jesus von Nazareth gebildet hat.  
Die Berichte bei Matthäus und bei Lukas über Geburt und Kindheit Jesu sind leicht als unhistorisch zu erkennen, es gibt zu viele Widersprüche und historische Fehler. Der Gang nach Bethlehem ist eine Erfindung im Dienst der Mythologie, um Jesus durch seine Geburt in Bethlehem als den lang erwarteten Messias vorzustellen, den Retter des jüdischen Volkes. Jesus ist geboren in Nazareth. Maria und Joseph waren seine Eltern.         Allerdings sollen wir uns immer fragen, welche frohe Botschaft der Evangelist uns mit seinen unhistorischen Erzählungen bringen will.  
Auch der Titel “Sohn Gottes” stammt aus der jüdischen Tradition. Ein Mensch, bei dem man eine besondere Nähe zu Jahwe erkannte, konnte in verehrender Anerkennung Sohn Gottes genannt werden. Der Titel ist mythologischer Art. So kann man auch Jesus einen Sohn Gottes nennen, weil in ihm ein Abglanz der Urliebe, die wir Gott nennen, erscheint. Aus dem bildlichen Begriff wird aber dann im Credo von Nizäa im Jahre 325 ein genetischer, nahezu biologischer Begriff “vor allen Zeiten aus dem Vater geboren”.                        Doch Jesus hat auch seine Jünger in das vertrauensvolle Verhältnis Vater – Sohn mit  einbezogen, sie also auch als Gottes Söhne angesehen. In der Bergpredigt sagt er oft zu ihnen: “Euer Vater”, und “Ihr sollt vollkommen sein wie euer Vater im Himmel vollkommen ist”, und er lehrt sie beten: “Unser Vater im Himmel”.                            Die Urkirche, bestehend aus gläubigen Juden und daher strikten Monotheisten, konnte Jesus gar nicht als einen Gott verehren. Jesus von Nazareth ist kein mythologischer Gott-Mensch, der zu uns herabgestiegen wäre, er ist ein Mensch wie wir.
Nicht nur die Geburt Jesu, auch sein Auftreten nach seiner Taufe im Jordan, von dem die Evangelien berichten, ist mit Mythologie angereichert worden, besonders wo er durch Heilungen oder als Herr über die Elemente wie Wind und Wasser auftritt. Die Evangelisten waren Menschen einer mythologisch denkenden Zeit, für die ein göttliches Eingreifen ins Naturgeschehen ganz glaubhaft war. Ihre eventuell noch historischen Berichte wurden spontan mythologisch beigefärbt. Das mußte den historischen Einschlag nicht auslöschen. Es ging den Evangelisten aber nicht um das Erzählte, es ging ihnen um die Heilsbedeutung für uns, die Leser. Daher sind die erzählten Wundertaten Jesu mehr symbolisch als historisch zu verstehen, schon bei den drei Synoptikern, besonders aber im Text des Johannes, der von den “Zeichen” spricht, die Jesus getan hat.  
Die frühe Gemeinde hielt Jesus für den in Israel lange erwarteten Messias. Seine Verehrung wurde allmählich intensiver und die Neigung stärker, ihn zu erhöhen. Dann mußte er auch die außerordentlichen Dinge getan haben, die vom Messias erwartet wurden.
Da ja “Messias” der gesalbte König war und ebenso “Christus” der Gesalbte ist, so blieb dem Menschen Jesus aus Nazareth der Ehrentitel Christus, und wir, seine Jünger sind seitdem die Christen. Johannes läßt im Kapitel 4 beim Gespräch mit der Frau am Jakobsbrunnen sogar Jesus selbst bekennen, er sei der Messias: “Spricht die Frau zu ihm: Ich weiß, daß der Messias kommt, der da Christus heißt. Wenn dieser kommt, wird er uns alles verkünden. Jesus spricht zu ihr: Ich bin´s, der mit dir redet”.    
Die ganze jüdische Gemeinschaft glaubte an die Realität von Teufel- und Dämonenbesessenheit, so wie es im europäischen Mittelalter auch noch der Fall war. Im Buch Genesis hat Gott selber doch gesehen und gesagt, daß seine Schöpfung sehr gut war.  Leid und Krankheit gehörten nicht zum Plan Gottes und mußten das Werk seines Gegners sein, der nachts auf dem Acker Unkraut gesät hat. Wenn Markus so viel von Teufelsaustreibungen berichtet, dann sagt er damit, daß Jesu Auftreten im Wesen ein siegreicher Kampf mit den bösen Mächten ist und daß Gott durch ihn seine Königsherrschaft errichtet.
Die Heilungen haben mit Glauben zu tun. Markus 10: “Was willst du, daß ich für dich tun soll? Der Blinde sprach zu ihm: Rabbuni, daß ich sehend werde. Jesus aber sprach zu ihm: Geh hin, dein Glaube hat dir geholfen. Und sogleich wurde er sehend”. Glaube ist dann das sehnsüchtige Vertrauen des Mannes auf die genesenden Kräfte Jesu.                    
Von Jesus war während seines Lebens heilende Kraft ausgegangen zu allen, die sich vertrauensvoll ihm zuwandten. Die Leser des Evangeliums konnten aus dieser frohen Botschaft die Einsicht gewinnen, daß Jesus auch nach seinem Tod für alle, die sich ihm zuwandten, heilend, rettend, befreiend bleiben würde. Er würde neue Menschen aus ihnen machen. Damit sind die Erzählungen über Teufelsaustreibungen und Heilungen auch Bekenntnisse des Glaubens an Jesu Auferstehung geworden.        
Das Johannesevangelium ist am wenigsten ein historischer Bericht. Es ist voller Symbole, voller Deutung und Predigt. Die Hochzeit von Kana mit dem Weinwunder – der Überfluß an köstlichem Wein sollte eine Gabe für die ganze Menschheit sein. Augustinus sagte:  “Wir trinken noch immer davon”. Die Brotvermehrung, um 5000 Männer damit zu sättigen, hat hier einen tieferen Sinn, sie weist hin auf das Abendmahl, in Joh. 6, 11 deutlich schon mit den “Einsetzungsworten”:   “Jesus aber nahm die Brote, dankte und gab sie denen, die sich gelagert hatten”. Um  Augustinus zu ergänzen: “Wir essen noch immer davon”.  Es folgt im selben Kapitel die lange Brotrede mit den Versen: “Schafft euch Speise, die nicht vergänglich ist, sondern die bleibt zum ewigen Leben. Die wird euch der Menschensohn geben...  Ich bin das Brot des Lebens”. Diese “Rede Jesu” ist eine Predigt des Johannes über den Sinn der eucharistischen Zusammenkünfte der Gläubigen. Die Predigt gilt auch heute noch für uns und für das Verständnis des Abendmahls.                                        
In langen Abschnitten in Johannes Kapitel 13 bis 16 lesen wir “Jesu Abschiedsreden”, aufgeschrieben 70 Jahre nach Jesu Tod von einem Autor, der nicht dabei war – inspirierend und erleuchtend, aber nicht historisch. Es sind Glaubensbekenntnisse der Kirche aus dem anfangenden 2. Jahrhundert, Bekenntnisse, die wir auch heute noch zu den unseren machen können. Wir brauchen nur die Ich-bin-Worte umzusetzen in: “Du bist das Licht, der Weg, die Wahrheit, das Leben, unser tüchtiger Hirt, der Weinstock, dessen Reben wir sind”. Mit diesen Worten im Johannes-Evangelium bekennt die frühe Kirche mit Bildern von Licht, von Neuheit, von Auferstehung, von Fruchtbarkeit, von Freude die Bereicherung, die der Glaube an Jesus für das Leben eines Christen bedeutet.     
Historisch sicher ist, daß Jesus sich von Johannes dem Täufer hat taufen lassen; daß er als Wanderprediger umhergezogen ist mit dem Hauptthema seiner Verkündigung: das Kommen der Herrschaft Gottes, aber eines menschenfreundlichen Gottes; daß er in Konflikt kam mit den jüdischen Autoritäten; daß er gern in Gleichnissen redete; daß er sich der Ausgegrenzten annahm – und daß seine menschliche Größe und Tiefe einmalig war. Die Evangelisten haben, oft in Bildersprache, verkündet, daß man in Jesu Erscheinung und Handeln Gott selbst am Werk sehen konnte. Johannes 14, 9: “Wer mich sieht, der sieht den Vater”. Nicht als wäre Jesus eine körperliche Erscheinung Jahwes, wohl aber sein menschliches Ebenbild. Jesu eigene Lebenshaltung war hervorgegangen aus seiner totalen Verbundenheit mit der Urliebe, die er Gott oder Vater nannte. In seinen Augen war das eine große Gesetz, das alle andern Gesetze zweitrangig machte, das Gesetz der Liebe. Für die Verkündigung dieses Gottesbildes setzte er alles ein, auch sein Leben. Denn der Tod war die Folge seiner Verkündigung.   
Sein Tod hatte nicht den “Zweck” und die Folge, die Menschheit von der Sünde zu erlösen.  Paulus hat den Kreuzestod als ein Sühneopfer gedeutet, eine kultische Kategorie, die ihm als jüdischem Schriftgelehrten sehr vertraut war. Drei ganze Kapitel bei Mose im Buch Levitikus sind den beim Sühneopfer zu haltenden Vorschriften geweiht. Das Sühneopfer ist ein rein mythologisches Konstrukt, das aus dem Gott der Liebe einen bestechlichen Herrscher macht. In Jesu Gleichnis des verlorenen Sohns ist nicht von Strafe und Sühne die Rede, sondern von Umkehr zum Vater.   
Die neutestamentlichen Berichte von Jesu Leiden und Tod sind ihrerseits von Mythologie umwoben wie zum Beispiel dem Erdbeben bei Matthäus und der Sonnenverfinsterung bei Lukas. Andererseits ziehen sie wiederholt Texte des Alten Testaments heran, besonders Psalm 22 und Jesaja 53, mit der Erklärung, dies seien Vorhersagen des jetzigen Geschehens: “Das ist alles geschehen, damit erfüllt würden die Schriften der Propheten” Matth. 26, 56. Aber der Psalmdichter und der Deutero-Jesaja haben keineswegs Ereignisse vorhergesagt, die 500 Jahre später bewahrheitet werden sollten. Das Judentum empört sich mit Recht gegen die Vorstellung, daß erst christliche Deutungen den Zugang zu ihrer eigenen heiligen Schrift eröffnen sollten.
Die Auferstehung Jesu ist das Herz der christlichen Botschaft. Der Begriff Auferstehung ist aber in sich mythisch, nicht natürlich zu ergründen. Ist eine bessere Formulierung möglich?
Der Mensch ist Gegenstand der Sorge einer alles hervorbringenden und tragenden Urwirklichkeit, die Leben ist und Leben mitteilt. Wenn der menschliche Geist aus dieser wunderbaren geistigen Urwirklichkeit hervorkommt, mehr noch: ein endlicher Selbstausdruck dieses unendlichen Geheimnisses ist, darf man erwarten, daß jeder Mensch etwas davon erfährt. Diese Urwirklichkeit kann man nicht in Begriffe fassen, am ehesten noch denken als Leben und Liebe, wie im 1. Johannesbrief 4,8: “Gott ist die Liebe”. Je mehr sich der Mensch von der selbstlosen Liebe führen läßt, umso mehr wird er eines Wesens mit Gott, der Liebe und Leben ist, und umso mehr lebt er auch.
Jesus hat sich unter dem Drängen der Urliebe ganz seinen Mitmenschen preisgegeben. Diese Lebenshaltung hat er mit seinem Tod besiegelt. Damit erreichte er seine vollkommne Einswerdung mit Gott. Im Johannes-Evangelium ist solche modern gläubige Vorstellung von “Auferstehung” angedeutet:                 Kap.12,24 – “Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt, bleibt es allein. Wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht”;   12, 32 - “Und ich, wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen”;   19, 5 - “Und Jesus kam heraus und trug die Dornenkrone und das Purpurgewand. Und Pilatus spricht zu ihnen: Seht, welch ein Mensch!”
Es ist viel einfacher, bei den uns vertrauten Vorstellungen zu bleiben: Jesus erwacht am Sonntagmorgen aus dem Todesschlaf, steigt lebend und heil aus dem Grab, kann reden, gehen, Brot brechen, mit den Jüngern essen, aber auch erscheinen und verschwinden und dann zum Himmel auffahren. Aber für den Menschen der Moderne ist das Wort Auferstehung unbrauchbar geworden. Dann muß man den schmalen und steilen Weg einer Neuformulierung mit viel weniger klaren Vorstellungen gehen. Man ist angewiesen auf andere Ausdrücke wie Vollendung, Verherrlichung, ewiges Leben, endgültige Einswerdung mit der Liebe, die Gott ist. Jesus kam zur Vollendung durch seine Menschenliebe, nicht durch seinen Tod an sich.
Jesus lebt, aber das ist keine biologische Sprache mehr. Es ist eine auf Erfahrung beruhende Glaubenssprache, die auszudrücken versucht, daß Jesus eines Wesens geworden ist mit dem Urgrund allen Lebens, eine Einswerdung, die ihn teilhaftig macht an Gottes Ewigkeit.
Der Mensch Jesus von Nazareth war erfüllt von der Urliebe Gott. Durch seine Anziehungskraft, ihm ähnlich zu werden, inspiriert er uns, erfüllt er uns mit seiner Gesinnung, macht er neue Menschen aus uns und bringt allmählich eine geheilte Welt zustande.
Je nachdem, wie wir uns von ihm beeinflussen lassen, wie wir uns in unserem Leben von der Liebe führen lassen, bekommen wir alle Anteil an seiner “Auferstehung”, das heißt:   an seiner Einswerdung mit der Urliebe, und so erstehen auch wir mit ihm zum endgültigen Leben. Schon jetzt.   

 

 

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