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Fürbitten in der Entwicklungs-Zusammenarbeit

Administrator (admin) on 14.05.2015

Diese Vorlage ist weiteres Beispiel von „Fürbitten jenseits theistischer Gottesbilder“. Sie entstanden im Januar 2008 für einen Ökumenischen Gottesdienstes zum Abschluss des Entwicklungsprojekts „Santa Cruz“. Die römisch-katholische Pfarrei und die evangelisch-reformierte Kirchgemeinde hatten während dreier Jahre dieses Gesundheitsprojekt am Rand der Millionenstadt Santa Cruz in Bolivien unterstützt. ...

Im Projektgebiet lebten 20‘000 bis 30‘000 Einwohner. Sie hatten keine medizinische Betreuung, keine
Apotheke, kaum Arbeitsplätze, keine Krankenkasse. Das Projektziel wurde wie folgt umschrieben: Die Einheimischen bauen einen Gesundheitsdienst und ein Gesundheitszentrum mit einheimischer Medizin auf. Sie lernen ihre traditionelle Heilkunde sowie alternative Medizin kennen. Aus ihren Kräutern und Heilpflanzen stellen sie selber Heilgetränke, Salben und Medikamente her und bauen eine Apotheke auf. Sie führen natürliche Heilmethoden ein: Massagen, Heildampfbäder, Schlammtherapien. Es zeigten sich erstaunliche Erfolge. Es entstanden Arbeitsplätze. Das Zentrum wurde selbsttragend.

Zum Abschluss des Projekts wurde am 20. Januar 2008 ein ökumenischer Gottesdienst gefeiert. Dieser Sontag fiel zugleich in die Woche der Einheit. Die Bibellesung, eine Collage aus Jesaja 58,6-12, zeichnet das Ideal der solidarischen Gemeinschaft mir poetischen Bildern. Die Fürbitten griffen solche Bilder auf und verbanden sie mit konkreten Erfahrungen im Rahmen der Entwicklungsarbeit.
Die Reaktionen zeigten, dass die post-theistische Grundidee gut ankam: nicht für weitentfernte Menschen beten, sondern an sie denken und mit ihnen beten und singen. Auch die Verbindung biblischprophetischer Bilder mit Erfolgen der Entwicklungsarbeit wurde unmittelbar verstanden.

Die damals noch ungewohnte Stille (etwa sieben Sekunden) löste Unruhe aus: Was ist los? Weiß die
Lektorin nicht mehr weiter? Der beliebte mehrstimmige Antwortruf „Laudate omnes gentes – Laudate
dominum“ kam noch ungeschoren davon. Später ergaben sich Fragen. Dürfen wir den „Herrn“ (dominum) noch loben? Und: Wie ist das „große Erbarmen“ zu verstehen? Können wir es „loben“?
14.05.2015 / Alois Odermatt (Schweiz) PDF

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Diese Vorlage ist weiteres Beispiel von „Fürbitten jenseits theistischer Gottesbilder“. Sie entstanden im Januar 2008 für einen Ökumenischen Gottesdienstes zum Abschluss des Entwicklungsprojekts „Santa Cruz“. Die römisch-katholische Pfarrei und die evangelisch-reformierte Kirchgemeinde hatten während dreier Jahre dieses Gesundheitsprojekt am Rand der Millionenstadt Santa Cruz in Bolivien unterstützt. ...