Familiengottesdienst (KU4): … sich am Ende glauben – und geht es weiter

Administrator (admin) on 29.02.2020

Prof. Dr. Anna-Katharina Szagun

Anregungen zu Elija 1 Könige 16-19 in Auszügen.

Alternative 1

Vorbereitungen: Erarbeitung/Üben von Rollenszenen, Materialien usw.

- Im KU 4 werden in Gruppenarbeiten Rollenszenen entwickelt zur Überschrift: „Wir waren verzweifelt, glaubten, alles sei am Ende, und da…“ Die Rollenszenen werden im Plenum gezeigt, ausgewählt, was im Gottesdienst eingebracht werden soll, - die Kinder bereiten ihre Szenen übend vor

- ein erhöhter Platz für die Rollenszenen steht in der Kirche bereit (hier Sakristeidach)

- Bilder aus der Elementarbibel von Anneliese Pokrandt/Reinhard Herrmann als Powerpoint-Folien, Beamer, Laptop und Leinwand

 

Beispiele von Szenen, die sich Konfis aus Kl.4 zum „Verzweiflungssatz“ ausdachten

Szene zum Hund (3 Kinder mit Hund, Lea, Leonie, Jan)

- Guck mal, wie die unseren (Namen vom Hund) jagen. Der Kleine hat jetzt Angst, der läuft weg!

- O Gott o Gott, der läuft auf die Fahrbahn!

- Gott o Gott, der wird gleich übergefahren. So kreuz und quer, wie der läuft O Gott o Gott

            Lea + Leonie weinen. Jan springt hinterher, fängt den Hund, bringt ihn zu Leonie, die ihn auf den Arm nimmt - Dankeshaltung zu Jan

 

Szene zum Hasen

              Lilly mit Hasen beim Tierarzt, die Mutter steht dahinter: Sie reicht das Tier zur Untersuchung

Lilly: Er frisst nicht mehr, liegt nur traurig rum, er sieht auch so aus, als ob er Schmerzen hätte… Können Sie ihn heilen?

Ärztin untersucht. Dann: "Ich fürchte, da geht nichts mehr. Am besten ist, ihn einzuschläfern, dann muss er nicht mehr leiden

Lilly: Gott o Gott - gibt es denn keine Rettung?

Ärztin: Kaum, d. h. es gibt noch ein Medikament, aber das könnte ihm noch größere Probleme im Bauch machen. Und ob es überhaupt hilft, ist nicht sicher. Und man müsste den Hasen isolieren, ihn intensiv pflegen. Das ist viel Mühe. Ob es ihm überhaupt noch nützt, weiß man nicht. Das Risiko ist hoch…

Lilly: Gott o Gott, das ist ja schrecklich

Mutter: Du sollst entscheiden, ob wir diesen Versuch wagen: Du müsstest dich dann auch intensiv kümmern…Es ist dein Tier.

Lilly: "Ja, Mama, ich will alles ihn tun, wenn es noch eine Chance gibt, dass er wieder gesundwird.

Die zwei streitenden Freundinnen

Zwei beste Freundinnen, haben sich sehr zerstritten. Vorher waren sie unzertrennlich und plötzlich war alles anders.

              Standbild 1: Paula und Emily stehen Rücken an Rücken mit verschränkten Armen beieinander.               jemand kniet dahinter und hält die „Streitblase“ darüber.

Jedes der Mädchen redet zu Hause mit ihren Eltern/derMutter darüber. „Warum ist das nur passiert?“, „Aber sie ist doch meine beste Freundin?“ Die Eltern versuchen helfend zur Seite zu stehen.

              Standbild 2: Paula redet mit ihrer Mutter über das Problem und wie sehr sie das belastet. Dass etwas nicht stimmt merkt auch ihre kleine Schwester

              Standbild 3: Auch Emily redet zu Hause darüber mit ihrer Mutter               

Die beiden Mädchen haben sich ausgesprochen und wissen nun was falsch gelaufen ist.

              Standbild 4: Paula und Emily umarmen sich und haben sich wiedervertragen.

Szene zur Arbeitslosigkeit

 

Chef gibt Frau Meier die Kündigung. Sie sackt sichtbar zusammen, bleibt mit hängenden Schultern stehen. - "Es tut mir sehr leid, aber ich muss Ihnen betriebsbedingt kündigen. Mein Betrieb läuft so schlecht, dass ich Sie nicht mehr bezahlen kann"

 

Frau Meier, als der alte Chef weg ist: "Gott o Gott, plötzlich arbeitslos, - was machen wir jetzt? Mein Gehalt war doch fest eingeplant für unsern Lebensunterhalt!" Steht mit gesenktem Kopf und hängenden Schultern da.

Der Nachbar sieht sie in dieser traurigen Haltung, denkt nach, erfasst, dass sie arbeitslos ist.

"Meine Nachbarin scheint keine Arbeit mehr zu haben. Was mag da los sein. Die war doch bei Funke beschäftigt…" Dann ruft er ihren alten Chef an:

"Du hast offenbar Frau Meier entlassen, meine Nachbarin. Wie ist das mit ihr: Kannst du sie mir empfehlen? Ich brauche nämlich dringend jemanden!"

Chef: "Aber ja, sehr, ich hätte sie ja gern selbst behalten. Sie ist sehr tüchtig!"

"Na, dann werde ich sie einstellen." Er geht hin und gibt ihr einen Arbeitsvertrag

 

Ablauf

Musik zum Eingang

Begrüßung mit Wochenspruch

Eingangslied: Von guten Mächten wunderbar… 4 Verse

Kurze Betrachtung zum Liedtext von Bonhoeffer (Zumutungen)

Psalm-Gesang (Ps 141)im Wechsel: Meine Seele behütet doch GOTT

3x Meine Hoffnung und meine Freude, -

Kyrie, ? Allein GOTT in der Höh

Kollektengebet

Überleitung zu den Geschichten der Kinder: Thema: "Da war eine ganz verzweifelte Situation, wo … sich am Ende glaubte, und da...--> die Situation wendete sich: KU 4-Kids erfanden Szenen dazu

? die Frage nach Gottes Handeln in der Welt in den Blick rücken bei den nachfolgenden Szenen

 

Die Kinder spielen die Szenen auf dem Sakristei-Dach, die Texte werden unten dazu gelesen…

Kurze Stillephase (Kinder nehmen ihre Plätze unten ein

10 (jeweils kurz kommentierte) Powerpoint-Folien zur Geschichte von Elija, der nicht mehr kann und aufgeben will… Ansprache dazu:

              Die Erzählung führt uns reichlich 2700 Jahre zurück in eine Zeit, in der man noch keine Naturgesetze kannte und ein völlig anderes Weltbild hatte. Nach diesem Weltbild bestimmen die über dem Himmelsozean sitzenden Gottheiten das Wetter, d. h. lassen es regnen oder auch Trockenheit eintreten.

              Die Menschen damals gehen davon aus, dass es verschiedene Gottheiten gibt, die in Konkurrenz zueinanderstehen: Die Juden verehren JHWH, den GOTT Israels, die Nachbarvölker Baal, die Ägypter noch wieder andere Götter.

              Erbittert wird darum gestritten, was die richtige, die bessere Gottheit ist… Man glaubt, durch wunderhafte Ereignisse beweisen zu können, welche Gottheit stärker ist. Dass Gottheiten direkt und unmittelbar in die Welt eingreifen können, ist für die Menschen damals selbstverständlich. Göttliche Allmacht kann alles verändern…

              Auf den ersten Blick scheint Elija erst mal weit weg. Und wie ist es beim zweiten Blick?

              Der Streit um die bessere Religion bestimmt auch heute das Weltgeschehen mit, auch wenn die Religion nur vorgeschoben wird und es eigentlich um Macht geht.

              Wir kennen heute Naturgesetze, analysieren Wetter, Krankheit und Soziales, meinen alle Faktoren wissenschaftlich analysieren zu können. Für ein Handeln Gottes in der Welt scheint kein Raum zu sein.

              Aber das Unverfügbare des Lebens, das uns ja auch immer wieder selbst trifft, ist geblieben, auch die Verzweiflung, wenn uns etwas bedroht oder uns Schicksalsschläge treffen: O Gott o Gott - warum passiert das, - warum mir? Ein Stoßseufzer, der meist unbewusst erfolgt

              In dieser Redewendung "o Gott o Gott" drückt sich die Erinnerung aus, dass hinter Bedrohung oder bzw. bitterem Leid eine Gottheit steht (oder stehen könnte), die mir oder uns Unheil zumutet… Wir schreien wie Elija, beklagen uns, sind verzweifelt angesichts der bedrängenden Situationen… wünschen uns Hilfe, Rettung…

              Und wie geht es weiter? Bei den einen geht es böse aus: Bonhoeffer wurde hingerichtet. Auch die Geschichte, die J mitbrachte, endete tödlich. Schmerz, Leid in vielfältigen Gesichtern gibt es unendlich viel, teils naturbedingt, teils von Menschen verursacht. Alle Fragen nach dem WARUM dieses Leides und Gottes Rolle dabei bleiben unbeantwortet für uns, auch in der Bibel: Dem Geheimnis Gott kann niemand in die Karten schauen, so sieht es die Hioberzählung…

              Aber auch wenn es zum WARUM des Leids keine Antwort gibt, ist die Frage nach der Bewältigung von Bedrohung, Leid damit nicht abgehakt. Kehren wir zu Elija und den Szenen der Kinder zurück: Da geht es gut aus: Hilfreiche Personen tauchen auf bei Elija und bei den von den Kindern gezeigten Situationen: Engel nennt die Bibel Menschen, die als Hände Gottes bei Bedrängnis rettend eingreifen. Jeder kann zum Engel werden… und Legionen von Engeln werden weltweit dringend gebraucht… Der Kern von Jesu Botschaft ist gerade dies: Wo Menschen solidarisch, unterstützend eingreifen und Notsituationen wenden, da ist Gott tätig durch sie, da findet schon hier und jetzt ein Stück Reich Gottes statt.             Egal, ob jemand Christ, Muslim, Jude oder auch Atheist ist, wo immer Menschen hilfreich anderen zur Seite stehen und Leid bewältigen, werden sie - im Sinne Jesu - zu Händen Gottes: Engel: Jeder kann einer werden + jeder braucht sie.

 

Lied (Fritz Baltruweit): Jeder Mensch braucht einen Engel, alle drei Verse

Tauferinnerung,

Abkündigungen

Lied "Du bist da, du bist da, bist am Anfang der Zeit" alle Verse

Fürbitten Vaterunser Segen

Segenslied (Fritz Baltruweit) Dass der Weg dir glückt, 3 Verse

Musik zum Ausgang

 

Alternative 2: Gestaltung ohne von den Konfis erarbeitete Rollenszenen

Vorbereitung: Powerpointpräsentation zu o.g. Bildern der Elementarbibel, Ablauf, Lieder bleiben

Die Folien werden (erstes Bild: Elija unter dem Dornenstrauch) in Form einer Rückschau des Elija auf sein Leben kommentiert: siehe nachfolgender Erzählentwurf. Zum Ende wird herausgearbeitet, wie in seinem Leben immer wieder rettende Ereignisse/Menschen eine Wende zum Weiterleben brachten ? Engel

 

Erzählentwurf zu Elija 1 Könige 16, 29-33 und 17, 1-16, 18, 20-46, 19, 1-16

Eljia sitzt unter dem Ginsterstrauch. Er ist müde, unendlich müde. Auch traurig und ein Stück wütend - und vor allem enttäuscht.

              Alles ist umsonst gewesen, was ich mein Leben lang tat, denkt er… über Jahre habe ich für Gott gekämpft, immer wieder unter Einsatz aller meiner Kräfte… wie oft habe ich mein Leben riskiert für Gott… und jetzt sitze ich hier in der Wüste und fühle nichts, gar nichts von Gott. Ich glaube, der hat mich verlassen… ich spüre nur Müdigkeit, Leere… in mir drin ist genauso Wüste wie da draußen.

              Was habe ich nicht alles versucht für Gott? Damals war er mir nahe, ich hatte oft das Gefühl, dass er mir etwas sagte... Elia gehen die Stationen seines Kampfes für Gott durch den Kopf, - viele Bilder. Ja, mein Kampf fing an, als König Ahab eine Prinzessin aus einem anderen Volk heiratete. Und die brachte ihre Götter mit, Baal und Aschera. Und nun betete auch Ahab mit Isebel diese Götter an.

              Damals war es mir so, als ob Gott mir einen Auftrag gab – erinnert sich Elia – mir war, als ob ich Gottes Stimme hörte: Ja, mir schien, dass Gottes Stimme mich zum König sandte. Und ich folgte dieser Stimme und sagte zum König: „Du bist von JHWH, unsrem Gott, abgefallen. Es wird nicht mehr regnen bis ich das widerrufe.“

              Danach war mir, als ob mir Gott sagte, ich solle mich verstecken. Und das tat ich auch. Am geheimen Ort wurde ich auf wunderbare Weise mit Nahrung versorgt, zuerst durch Raben, später durch eine Witwe, deren Sohn ich heilte…

              Es war gut sich zu verstecken. Denn tatsächlich regnete es mehrere Jahre gar nicht, und König Ahab ließ mich überall im Land suchen. Er wollte mich zwingen, die Trockenheit zu beenden. Nach drei Jahren ohne Regen war alles dürr, Tiere und Menschen hungerten. Da war mir wieder, als ob mich Gottes Stimme zum König schickte mit der Botschaft, es werde bald regnen. Und ich ging hin zum König. Und ich ließ ihn das Volk zusammenrufen, um allen zu zeigen, dass Gott JHWH mächtiger ist als Baal und Aschera. Die fremden Götter sind doch nur Phantasiewesen ohne Kraft. Das sollten alle merken, dass nur Gott JHWH Macht und Kraft hat… Und wirklich, JHWH siegte eindeutig, und es endete blutig für die Baalspriester…Und dann kam schließlich auch der langersehnte Regen nach dem Sieg JHWHs. Vor Erleichterung und Freude rannte ich vor dem Wagen des Königs her durch den Regen... Ja, dachte ich: nun ist es geschafft: JHWH hat über die fremden Götter gesiegt. Und nun regnet es, bald werden Pflanzen, Tiere und Menschen voller Kraft und Leben sein…

              Aber in Wirklichkeit bin ich mit all meinem Tun doch gescheitert…alle Altäre JHWHs sind längst zerschlagen, die anderen Propheten tot, und ich musste nun auch schon wieder fliehen vor den Soldaten der Königin, die mich umbringen will. Gott lässt mich im Stich, meine Anstrengungen waren umsonst… er hat mich verlassen… ich spüre nur Leere da, wo ich früher Gott spürte. Es ist genug, ich kann und will nicht mehr, ich möchte nur noch sterben…

              Elia sinkt in sich zusammen, schläft ein, schreckt ein paarmal hoch wegen nächtlicher Geräusche, schläft wieder ein – wie ein Stein liegt er da…

              Irgendwann hört er im Halbschlaf etwas, ein Duft erreicht ihn im Aufwachen: Was ist das? Zu seinem Kopfende findet er frisches Brot und einen Krug Wasser. Duftendes Brot und frisches Wasser, was für wunderbare Gaben! Wer mag ihm das gebracht haben? Jemand, den Gott geschickt hat? - Nachdem sich Elia gestärkt hat, legt er sich wieder schlafen, - seine Erschöpfung sitzt noch tief…

              Als er nach ein paar Stunden später erwacht, sind noch einmal diese wunderbaren Gaben bei ihm abgestellt. Wieder durch einen Boten Gottes? Hat ihn Gott vielleicht doch nicht verlassen? Sind diese Gaben vielleicht ein Zeichen dafür, dass Gott ihm noch einmal einen Auftrag geben will?

              Elia geht los, er geht einen weiten Weg bis zum Sinai, dem Gottesberg: Elia kennt die Geschichten: Hier soll Mose und auch das Volk Gott besonders nah gespürt haben. Elia übernachtet in einer Höhle. Und ihm ist, als frage ihn Gott: Was willst du hier? Und Elia schüttet Gott sein Herz aus, all seine Verzweiflung und Enttäuschung, sein Scheitern im Kampf für Gott: „Alle deine Altäre sind niedergerissen, alle Propheten getötet“, schreit er, „nur ich bin noch übrig, und mich wollen sie auch noch töten“…

              Elia hat all seinen Kummer bei Gott abgeladen. Und jetzt ist ihm, als riefe ihn Gott an den Höhleneingang. Will er ihm dort eine Botschaft übergeben? Elia stellt sich mit wachen Sinnen in den Eingang, wartend, horchend, spürend. Und da erlebt er Naturgewalten, zuerst einen brausenden Sturm – ob Gott darin spricht? Nein. Dann bebt die Erde gewaltig – spricht darin Gott? Auch nicht. - Dann bricht Feuer aus – ist darin Gott? Nein. Es wird ganz still. Elia wartet und wartet. Endlich kommt ein leichter, sanfter Hauch. Und nun spürt Elia etwas, was ihn berührt, innen drin anspricht. Er versteckt sein Gesicht im Mantel. Und ihm ist, als ob ihn Gott noch einmal fragt, was er hier will. Und noch einmal schüttet ihm Elia sein kummervolles Herz aus. Und spürt jetzt Erleichterung. Und spürt neu die Nähe Gottes. Und ihn erreicht auch sein neuer Auftrag: Ihm ist, als ob Gott ihn nach Damaskus schickt, um seinen Nachfolger zu salben…

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