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Thesenanschlag an der Tür der Pauluskirche

01.12.2016
Aktuelles >>

Aufruf des Dortmunder Kirchentages für Mensch und Tier im Oktober 2016 an die Kirchenleitung in Deutschland 

 

  1. „Ich glaube, dass Gott mich geschaffen hat samt allen Kreaturen.“ (Martin Luther)
     
  2. Immer mehr Menschen betrachten die industrielle Massentierhaltung, die Tierversuche und das damit verbundene qualvolle Leben und Sterben der Tiere als tiefe Verletzung der Mitgeschöpflichkeit. Sie halten es für unvereinbar mit der Würde des Menschen und der Würde der Tiere, das immense Leid weiterhin tatenlos hinzunehmen.
     
  3. So wird auch die Kritik an den Kirchen immer lauter. Viele Menschen fragen, warum Theologie und Kirche nicht hörbar und nachhaltig ihre Stimmen gegen das millionenfache Leid erheben.
     
  4. Nächstenliebe, Barmherzigkeit und Moral können sich nicht allein auf den Mitmenschen beschränken, sondern müssen alle Geschöpfe einbeziehen. Wir halten daran fest, dass Tiere sind wie wir: leidensfähig, intelligent und sozial, als beseelte Individuen geschaffen.
     
  5. Am Verhalten gegenüber unseren „Geschwistern der Schöpfung“ (Franz von Assisi) wird sich erweisen, wie glaubwürdig unser Bekenntnis zum Schöpfergott wirklich ist.
     
  6. Wir rufen die Kirchenleitungen auf, sich endlich diesen drängenden Fragen zu stellen. Wir erwarten von der Kirche als moralischer Autorität, dass sie in einem intensiven Dialog Einfluss nimmt auf Politik und Landwirtschaft mit dem Ziel, radikal neue Wege beim Umgang mit den Nutztieren zu gehen.
     
  7. Ebenso fordern wir einen intensiven Dialog mit Politik und Wissenschaft über die unzähligen qualvollen Tierversuche. Sie müssen hinsichtlich ihrer vorgeblichen Unverzichtbarkeit kritisch hinterfragt und schrittweise abgeschafft werden.
     
  8. Kirche muss Anwältin sein derer, die nicht für sich selbst sprechen können: „Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind!“ (Sprüche 31,8)
     
  9. Ausdrücklich mahnen wir Gemeinden, Christinnen und Christen an, Konsequenzen im persönlichen Verhalten zu ziehen. Angesichts eines unvertretbar hohen Konsums tierischer Produkte – mit all den negativen Folgen für Menschen, Tiere, Klima und nicht zuletzt den Welthunger – sind alle aufgerufen, ihr Verhalten zu ändern.
     
  10. Bei allem kann die „Ethik des Genug“, die von der Aktion „Brot für die Welt“ postuliert wird, die Basis für ein neues Denken und Handeln sein.
     
  11. Dieser Aufruf sieht sich in der Tradition der Reformation, mutig und unverdrossen drängende theologische Themen anzusprechen und sich den dabei unweigerlich entstehenden Konflikten zu stellen.
     
  12. In seiner Enzyklika "Laudato si" zitiert Papst Franziskus die Erd-Charta von 2000: "Lasst uns unsere Zeit so gestalten, dass man sich an sie erinnern wird als eine Zeit, in der neue Ehrfurcht vor dem Leben erwachte."

 



Dortmunder Kirchentag Mensch, Tier, Schöpfung
c/o Pfr. Friedrich Laker
Kirchenstr. 31, 44147 Dortmund, Tel.: 0170/3144148
Friedrich(dot)Laker(at)pauluskircheundkultur(dot)net

Aktion Kirche und Tiere (e.V.)
c/o Pfr.i.R. Dr. Ulrich Seidel (1. Vorsitzender)
Clara- Wieck- Str. 4, 04416 Markkleeberg Geschaeftsstelle(at)aktion-kirche-und-tiere(dot)de

 

 

Zuletzt geändert am: 01.12.2016 um 14:27

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© 2017 Gesellschaft für eine Glaubensreform e.V.
| Seite zuletzt geändert am: 10.12.2017, 19:13 von Administrator |